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Thromboserisiken - vom Beinbruch zur "Pille"

Hier haben wir für Sie die häufigsten Erkrankungen und Risikofaktoren zusammengestellt, die eine Thrombose auslösen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie von einem oder mehreren der folgenden Punkte betroffen sind. Und fragen Sie ihn, welche Vorbeugungsmaßnahmen für Sie am geeignetsten sind.

Vorgeschädigte Venen

Krampfadern und Venen, in denen bereits eine Thrombose stattgefunden hat, sind besonders anfällig für neue Thrombosen. Rötung, Überwärmung und Schmerzen im Bereich solcher Gefäße deuten auf eine Entzündung hin.

Familiäre Thromboseneigung

Treten in einer Familie gehäuft Thrombosen auf, kann eine erbliche Gerinnungsstörung vorliegen. [weiter ...]

Größere Verletzungen, Operationen

Größere Verletzungen und Operationen verstärken im Allgemeinen die Gerinnungsneigung des Blutes. Daher ist sehr oft eine vorbeugende Behandlung notwendig. [weiter ...]

Ruhigstellung

Foto: Ruhigstellung

Längere Bettlägerigkeit nach Operationen, Geburten, Knochenbrüchen und Verletzungen schwächt die Pumpwirkung der Muskulatur. Dadurch ist die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes stark vermindert. Auch mehrstündiges Sitzen, zum Beispiel auf Flug- und Busreisen, kann in ungünstigen Fällen ausreichen, um eine Thrombose auszulösen.

Zur Reisethrombose. [weiter ...]

Einnahme von Hormonpräparaten

Vor allem östrogenhaltige Hormonpräparate wirken sich auf die Blutgerinnung aus und können das Thromboserisiko erhöhen. Östrogen ist Bestandteil vieler Antibaby-Pillen und Präparate gegen Wechseljahresbeschwerden.

Schwangerschaft

Foto: Bauch einer schwangeren Frau

Eine Schwangerschaft kann mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden sein. Besonders in den letzten Monaten vor der Geburt behindern die vergrößerte Gebärmutter und das Gewicht des Kindes den venösen Rückfluss aus den Beinen manchmal so stark, dass es zu einer Thrombose kommen kann. Ist in einer vorangegangenen Schwangerschaft bereits eine Thrombose aufgetreten, besteht ein erhöhtes Thromboserisiko in den Folgeschwangerschaften.

Krebserkrankungen

Tumorpatienten haben oft aufgrund dieser bösartigen Erkrankung ein höheres Thromboserisiko als nicht an Krebs erkrankte Menschen. Wiederholte Operationen, Chemotherapien, Bestrahlungen und die Krebserkrankung selbst können die Blutgerinnung so verändern, dass Thrombosen entstehen. [weiter ...]

Akute und schwere Erkrankungen mit Bettlägerigkeit

Foto: Liegender Patient mit Sauerstoffmaske und Venenkanüle

Bettlägerigkeit über mehrere Tage schwächt die Pumpwirkung der Beinmuskulatur. Kommt zusätzlich noch eine Beeinträchtigung des körperlichen Allgemeinzustandes aufgrund einer schweren Erkrankung hinzu, ist das Thromboserisiko stark erhöht. Zu diesen Erkrankungen gehören eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Herzens, Beeinträchtigung der Lungenfunktion, schwere Infektionen, Herzinfarkt, Schlaganfall und andere. Ohne Thromboseprophylaxe entwickeln etwa 10 – 30 Prozent dieser Patienten eine tiefe Beinvenenthrombose oder sogar eine Lungenembolie.

Foto: stark übergewichtiger Mann beim Blutdruckmessen

Übergewicht

Übergewicht ist bei vielen Menschen mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus und weiteren Begleiterkrankungen verknüpft. Die meisten davon wirken sich wiederum gefäßschädigend und dadurch thrombosefördernd aus.

Höheres Lebensalter und Austrocknung

Mit zunehmendem Alter lassen die Elastizität der Gefäße und die Leistungsfähigkeit der Kreislauforgane nach. Die Zahl der Gefäßschäden nimmt zu. Außerdem haben ältere Menschen oft "dickeres" Blut, weil sie zu wenig trinken. Diese Faktoren führen dazu, dass die Thrombosegefahr steigt. Kommt noch eine längere Bettlägerigkeit hinzu, ist eine Thrombose oft die Folge.

  

Thrombose-Vorbeugung

Wenn Ihr Risikoprofil eine erhöhte Thrombosegefahr vermuten lässt, können Mobilisation, Thrombosestrümpfe, physikalische und medikamentöse Maßnahmen Ihre Gesundheit meist wirkungsvoll schützen. So kann der bekannte Wirkstoff Heparin die Bildung von Blutgerinnseln weitgehend verhindern.

  • zu Ihrem eigenen Beitrag zur Venengesundheit [weiter ...]
  • zur Thromboseprophylaxe mit Heparin [weiter ...]
  

Quellen:

  1. Samama M. An epidemiolgic study of risk factors for deep vein thrombosis in medical outpatients. Arch Intern Med. 2000;160:3415-3420.
  2. Cohen AT, Alikhan R, ArcelusJI, et al. Assessment of venous thromboembolism risk and the benefits of thromboprophylaxis in medical patients. Thromb Haemost. 2005;94:750-759.
  3. Leizorovicz A, Cohen AT, Turpie AG, et al. Randomized, placebo-controlled trial of dalteparin for the prevention of venous thromboembolism in acutely ill medical patients. Circulation. 2004;110:874-879.